Arthur Honegger

MUSIKGESCHICHTE

Oratorien, Polytonalität und Klarheit: Orientierung für Sängerinnen und Sänger des französischen 20. Jahrhunderts, zwischen Les Six und schweizerischem Ernst, bei CALYP.

Quelle Jean Mislin · Musikwissenschaftler, Organist und Chorleiter · Lehrer von Adeline Toniutti Im Rahmen der Forschung von Adeline Toniutti

Honegger Biografie: wesentliche Orientierung

Arthur Honegger (Le Havre, 1892 - 1955) war ein franko-schweizerischer Komponist, der mit der Groupe des Six verbunden war und sich rasch durch germanischen Ernst abhob. Berühmtheit 1921 mit Le Roi David (Morax). Im Überblick der Musikgeschichte erweitern seine Oratorien und seine Klarheit das Ohr der Sängerinnen und Sänger des 20. Jahrhunderts.

Jugend, Konservatorien und Bach-Beruf

Geboren in Le Havre als Sohn schweizerischer Eltern aus Zürich, studierte Honegger früh Violine und Harmonielehre und komponierte. Das Hören zweier Bach-Kantaten mit fünfzehn Jahren entschied seinen Beruf. 1909 Konservatorium Zürich, 1911 Pariser Konservatorium, Freundschaft mit Darius Milhaud. Lehrer: Capet, Gédalge, Widor, d'Indy.

In die Groupe des Six verwickelt, distanzierte er sich rasch: kein Kult von Jahrmarkt und Music-Hall, sondern Musik im Ernstesten und Strengsten. Viele Tourneen als Dirigent. 1947 in den USA eine Herzkrankheit; Tod 1955.

König David und die Oratorien

Ruhm 1921 mit Le Roi David, Libretto von René Morax. Komponiert vom 25. Februar bis 28. April 1921 nach Ablehnung durch berühmtere Komponisten, für das Theater Mézières in der Schweiz, Uraufführung im Juni desselben Jahres. Biblisches Oratorium über David: Erzähler, Solisten, kleines Blasorchester; oft sehr kurze Stücke, vom Erzähler getrennt, außer den Höhepunkten. Sofortiger Erfolg. Auf Ansermets Rat überarbeitete Honegger die Partitur für Sinfonieorchester; Triumph in Paris 1924.

Weitere große Oratorien: Judith (1925), Jeanne d'Arc au bûcher (1935, Claudel), La Danse des Morts (1938), Nicolas de Flue, Une Cantate de Noël (1953). Für die Stimme: verständliches Französisch, klarer Rhythmus, klare Linie ohne wagnerische Grandiosität. Siehe auch Oratorium.

Stil: germanischer Ernst und französische Klarheit

Honegger verbindet germanische Tendenzen und französischen Einfluss. Von Beginn der Studien an ist Bach das Modell. Ernst des Denkens und solide Konstruktionen aus schweizerischen Wurzeln; Knappheit und Klarheit des Diskurses von Fauré, Debussy, Ravel, Schmitt, Koechlin. Er integriert die Errungenschaften seiner Zeit (Polytonalität, Neoklassizismus) ohne gratis Experiment: Musik als Glaubensakt an ein breites Publikum.

Er will dem Menschen auf der Straße zugänglich und dem Musiker interessant sein: Musik «gerade, einfach, von großem Schwung». 1951 erinnert er daran, dass dauerhafte Kunst zur Sensibilität sprechen muss. In Le Roi David stehen Bach-Pastichen neben Polytonalität und diatonischen Solisten über chromatischer Begleitung.

Instrumentalwerke, Sinfonien und Bühne

Sinfonische Dichtungen: Le Chant de Nigamon (1917), Pacific 231 (1923), Rugby (1928). Fünf Sinfonien (1929-1950), darunter Nr. 2 für Streicher und Trompete und Nr. 3 Liturgique. Bühne: Antigone (Sophokles-Cocteau), L'Aiglon mit Jacques Ibert. Pacific 231 setzt die sinfonische Dichtung mit motorischem Rhythmus fort, verwandt mit Strawinsky oder Bartók.

Chronologische Wegmarken

  • 1892: Geburt in Le Havre.
  • 1909-1911: Konservatorien Zürich und Paris.
  • 1920-1924: Groupe des Six; Le Roi David; Pariser Triumph 1924.
  • 1923-1935: Pacific 231, Judith, Jeanne d'Arc au bûcher.
  • 1941-1955: Sinfonien 2-5; Herzkrankheit 1947; Tod 1955.

FAQ zu Arthur Honegger

Wann wurde Honegger geboren und wann starb er?

Geboren 1892 in Le Havre, gestorben 1955 nach einer Herzkrankheit 1947 in den USA.

Gehörte er zur Groupe des Six?

Ja, unter den sechs Namen Collets (1920), distanzierte sich aber rasch vom Jahrmarktskult zugunsten ernster, strenger Musik.

Welches Werk machte ihn berühmt?

Le Roi David (1921), uraufgeführt in der Schweiz, triumphierend in Paris 1924 in sinfonischer Fassung.

Warum zählt er für Sängerinnen und Sänger?

Seine Oratorien verlangen französische Diktion, klaren Rhythmus und klare Linie in moderner Sprache ohne die Stimmgesundheit zu opfern.

Quellen und Autorin

Quellen und Zitate

Zitate und Zuschreibungen aus den Musikgeschichts-Notizen von Jean Mislin (keine vollständige Bibliografie).

  • Jean Mislin: Musikwissenschaftler, Organist und Chorleiter, Lehrer von Adeline Toniutti. Notizen im Rahmen der Forschung von Adeline Toniutti.

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