Alban Berg: Biografie, Wozzeck und Expressionismus

MUSIKGESCHICHTE

Von Wien nach Berlin: Reihe, Ausdruck für Wozzeck und das Repertoire des 20. Jahrhunderts.

Quelle Jean Mislin · Musikwissenschaftler, Organist und Chorleiter · Lehrer von Adeline Toniutti Im Rahmen der Forschung von Adeline Toniutti

Biografie von Alban Berg

Alban Berg (1885-1935) ist ein Wiener Komponist der Zweiten Wiener Schule, ab 1904 Schüler von Schönberg zusammen mit Webern. Er verbindet Zwölftontechnik mit nachromantischem Erbe (Wagner, Mahler). Seine Oper Wozzeck, 1925 in Berlin uraufgeführt, ist ein Großereignis des frühen 20. Jahrhunderts neben Debussys Pelléas.

Biografie: Wien, Schönberg, Berlin

In Wien in einer wohlhabenden, gebildeten Familie geboren, hypersensibel und von fragiler Gesundheit, beginnt Berg als Beamter. Frühe Werke tragen den Stempel Wagners und Mahlers. 1904 nimmt Schönberg ihn unentgeltlich auf, zugleich mit Webern; ab 1906 widmet er sich ganz der Musik. Mahlers Tod 1911 trifft ihn tief. 1913 löst die Uraufführung seiner Fünf Orchesterlieder nach Peter Altenberg in Wien einen großen Skandal aus: die instrumentale Meisterschaft ist bereits bemerkenswert.

Die Aufführung des Stücks von Georg Büchner gibt ihm die Idee zu einer Oper. Wozzeck wird 1925 in Berlin uraufgeführt und eröffnet trotz heftiger Reaktionen einen Welterfolg. 1930 wird Berg Mitglied der Preußischen Akademie der Künste in Berlin. Seine letzten Jahre gehören Lulu. Im April 1935, erschüttert vom Tod Manon Gropius', der Tochter Alma Mahlers, schreibt er das Violinkonzert «dem Andenken eines Engels». Er stirbt am 24. Dezember 1935.

Stil: Reihe, Ausdruck und Nachromantik

Berg übernimmt die Zwölftontechnik, bleibt aber der Nachromantik verbunden: Er verbindet konstruktive Intelligenz mit einer zur Sinnlichkeit neigenden Natur. Für ihn ist der Ausdruck das wichtigste Element der Kunst. Mit Schönberg und Webern verkörpert er den musikalischen Expressionismus. Hans Stuckenschmidt betont, dass Bergs Musik selbst den naiven Hörer erreicht; diese unmittelbare Wirkung ist für Wozzeck Bedingung eines gelungenen Musikdramas.

Wo Webern die serielle Strenge verschärft, lockert Berg die Reihe oft (das Violinkonzert stützt sich teils auf Dreiklänge). Diese Verbindung Reihe-Ausdruck ist der rote Faden für Sängerinnen und Sänger: Modernität ohne Verzicht auf Linie, Atem und Dramaturgie. Siehe auch die Musikgeschichte und die Wiener Schule.

Wozzeck: expressionistische Oper und stimmlich Anforderungen

Wie Debussy bei Pelléas entdeckt Berg Wozzeck 1914 im Theater. Die Komposition fällt vor allem in die Jahre 1917-1922; der Berliner Premiere 1925 gehen etwa 137 Proben voraus. Büchner (1813-1837) greift einen realen Kriminalfall auf: ein schwacher Soldat, Opfer einer grausamen Ordnung, von Marie betrogen, tötet und ertrinkt. Aus 23 Szenen formt Berg drei Akte zu je fünf Szenen. Als Erbe Wagners nutzt er das Leitmotiv, namentlich «wir arme Leut».

Sprache überwiegend atonal, ohne das Tonale abzulehnen, wenn die Handlung es erlaubt. Akt I: Suite-Formen; Akt II: fünf Sinfoniesätze; Akt III: Inventionen. Großes Orchester mit starker Schlagzeuggruppe, Begleitung der Sänger oft kammermusikalisch. Rollen: Wozzeck (Bariton), Marie (dramatischer Sopran), Tambourmajor (Tenor), Hauptmann und Doktor. Seite: Wozzeck.

Schlüsselwerke und Zeittafel

  • 1885: Geburt in Wien.
  • 1904-06: Schüler Schönbergs; volle Hingabe an die Musik (1906).
  • 1908: Klaviersonate.
  • 1910: Streichquartett.
  • 1912-13: Altenberg-Lieder (Skandal 1913); 4 Stücke op. 5.
  • 1914: Drei Orchesterstücke; Entdeckung Büchners.
  • 1917-22: Komposition von Wozzeck; Uraufführung Berlin 1925.
  • 1925-26: Kammerkonzert; Lyrische Suite.
  • 1930: Akademie der Künste Berlin; Arbeit an Lulu.
  • 1935: Violinkonzert «dem Andenken eines Engels»; Tod am 24. Dezember.

FAQ zu Alban Berg

Wer ist Berg in einem Satz?

Wiener Komponist (1885-1935), Schüler Schönbergs, Figur des musikalischen Expressionismus, Autor von Wozzeck, Lulu und dem Violinkonzert.

Warum ist Wozzeck so wichtig?

1925 in Berlin uraufgeführt, ist er eines der beiden großen lyrischen Ereignisse des frühen 20. Jahrhunderts neben Pelléas: Sozialkritik, Atonalität, alte Formen und unmittelbare Wirkung.

Ist Berg nur Zwölftöner?

Nein. Er übernimmt die Reihe, bleibt aber der Nachromantik verbunden; in Wozzeck kehrt das Tonale zurück, wenn das Drama es erlaubt.

Welche Gesangsrollen gibt es in Wozzeck?

Wozzeck (Bariton), Marie (Sopran oder dramatischer Sopran), Tambourmajor (Tenor), Hauptmann, Doktor, Margret (Alt), kleinere Rollen und Chor.

Wie bereiten Sie sich vor?

Durch aufmerksame Partiturlektüre, sichere Intonation und ein Phrasieren im Dienst von Text und Dramaturgie.

Quellen und Zitate

Zitate und Zuschreibungen aus den Musikgeschichts-Notizen von Jean Mislin (keine vollständige Bibliografie).

  • Jean Mislin: Musikwissenschaftler, Organist und Chorleiter, Lehrer von Adeline Toniutti. Notizen im Rahmen der Forschung von Adeline Toniutti.
  • Alban Berg (1885-1935): Wiener Biografie, Schönberg 1904, Altenberg-Skandal 1913, Berliner Akademie 1930, Violinkonzert 1935.
  • Wozzeck: Entdeckung 1914, Komposition 1917-22, Uraufführung Berlin 1925, Formen pro Akt, Leitmotiv «wir arme Leut».
  • Stil: gelockerte Zwölftontechnik, Nachromantik, Expressionismus; Stuckenschmidt zur unmittelbaren Wirkung.

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