Stimmregister

STIMMKLINIK

Kehlkopfmechanismen, Register und Übergänge: Entdecken Sie die gesamte Klangpalette des Sängers, von der Bruststimme bis zur Pfeifstimme.

Was ist ein Stimmregister?

„Ein klassischer Sänger kann kein Pop singen! Es ist unmöglich, beides zu tun!" Dennoch verfügt jeder über denselben Kehlkopf! Die Register sind wunderbare Farben, die unseren Gesang bereichern und uns zu neuen Bereichen unseres Repertoires und unserer Karriere führen.

Der Begriff Register hat in der Stimmsprache mehrere Bedeutungen. Einerseits klassifiziert er die Stimmlagen in einem Ensemble — Bass, Tenor, Alt, Sopran. Andererseits bezeichnet er die verschiedenen Gesangstechniken, die die Palette des Sängers ausmachen.

Diese Register stellen reale Kehlkopf- und Resonanzmechanismen dar. Lassen Sie uns sie erkunden!

Die Kehlkopfmechanismen

  • Mechanismus 0 (M0): Vocal Fry
  • Mechanismus 1 (M1): Bruststimme
  • Mechanismus 2 (M2): Kopfstimme
  • Mechanismus 3 (M3): Pfeifstimme

Mechanismus 0: Vocal Fry

Vocal Fry entsteht durch Singen im Mechanismus 1 mit stark reduziertem Luftstrom. Korrekt ausgeführt hat er viele Vorteile: Er hilft, die Stimmbänder zu lokalisieren und die Stimme zu wecken.

Beispiele: Size Doesn't Matter von Nina Hagen, Demolisher von Slaughter to Prevail

Mechanismus 1: Bruststimme

Im Mechanismus 1 sind die Stimmbänder dick und wenig gespannt und schwingen mit großer Amplitude für tiefere Töne.

Beispiele: Golden Eye von Tina Turner, My Way von Frank Sinatra

Mechanismus 2: Kopfstimme

Im Mechanismus 2 werden die Stimmbänder gedehnt und dünner und länger, was höhere Frequenzen ermöglicht.

Beispiele: Stayin' Alive von den Bee Gees, Rêver von Mylène Farmer

Mechanismus 3: Pfeifstimme

Die Stimmbänder stehen unter extremer Spannung und schwingen nur auf einem kurzen Abschnitt, um extrem hohe Töne zu erzeugen.

Beispiele: Emotions von Mariah Carey, Antoine Delies Pfeifstimme in Don't Speed Up von Adeline Toniutti

Belting

Belting ermöglicht es, den Mechanismus 1 so hoch wie möglich in der Stimmlage zu halten, mit erhöhtem subglottischem Druck und Kehlkopfwiderstand.

„Beim Belting besteht eine mäßige vestibuläre Verengung mit einem leichten Rückzug der Epiglottis." — Dr. Bruno Coulombeau, Phoniater

Beispiele: River Deep, Mountain High von Tina Turner, Allumer le feu von Johnny Hallyday

Verzerrte Stimme

Gekennzeichnet durch eine Verengung des Kehlkopfvorhofs, die zur Vibration der Taschenbänder führt.

Beispiele: das Ende von Dream On von Aerosmith, Monstre von Adeline Toniutti

Mischstimme

Die Mischstimme kann sowohl Mechanismus 1 als auch Mechanismus 2 verwenden. Die Klangfarbe wird in den Resonanzräumen verändert, nicht auf Stimmbandebene.

Beispiele: I Love You von Woodkid, Mad About You von Hooverphonic

Falsett

Falsett ist die männliche Kopfstimme, entsprechend dem Mechanismus 2. Im klassischen Gesang nutzen Countertenöre das Falsett im Barockrepertoire.

Schließungsquotient der Stimmbänder

  • Qx bei M1: zwischen 40 % und 60 %
  • Qx bei M2: zwischen 25 % und 40 %

Den Übergang bewältigen

Die Übergangszone kann verändert werden, abhängig von den Zielen und der gewünschten Ästhetik.

  • Im klassischen Gesang strebt man eine gleichmäßige Stimme ohne hörbare Brüche an.
  • Im Popgesang können Brüche ein künstlerisches Mittel sein.

Weitere Schwingungsphänomene

Vibrato

Harmonische Frequenzschwankung von etwa vier Zyklen pro Sekunde.

Triller

Wechsel zwischen zwei Tönen mit größerem Frequenzunterschied.

Weiße Stimme

Ein leichtes kontrolliertes Luftentweichen, nur mit Mikrofon sicher.

Anatomie des Gesangs — Adeline Toniutti

Anatomie des Gesangs

Dieser Artikel stammt aus Kapitel 3 des Buches Anatomie des Gesangs von Adeline Toniutti (Marabout). Um die Stimmregister und die Gesangstechnik zu vertiefen, entdecken Sie das vollständige Werk.

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